Minikreuzfahrt nach Oslo

Details

Vor ein paar Wochen sahen wir im Internet einen Reisetipp für eine Minikreuzfahrt von Kiel nach Oslo. Mit der Color Line sollte man (aufgrund eines Systemfehlers) für 0,00 Euro die Reise buchen können. Durch Eingabe eines Codes entdeckten wir tatsächlich an einigen Tagen diesen Preis und fackelten nicht lange. Die Reise wurde gebucht. Marcels Eltern planten wir mit ein. Vor der Schifffahrt verbrachten wir noch ein paar Tage in einer Ferienwohnung in der Nähe von Strande.


05.02.2012: Tag 1 – Anreise nach Birkenmoor und Wanderung in Strande

Morgens um 07:00 Uhr packten wir die restlichen Sachen ins Auto und fuhren los. 5 Stunden dauerte die Fahrt. Wir kamen gut durch und hatten nicht einen Stau. In Bremen und Hamburg legten wir noch einen Stopp ein und gingen dort cachen. Marcels Eltern fehlten noch diese beiden Bundesländer. In Bremen fanden wir zwei. In Hamburg einen. Der war schön gemacht und gut von der Autobahnabfahrt zu erreichen.

Gegen 12:00 Uhr erreichten wir die Ferienwohnung, packten in Ruhe aus, aßen eine Kleinigkeit und machten uns gegen 14 Uhr wieder auf den Weg zum Strand in Strande. Dort gab es eine Cacheserie, die wir angehen wollten.

Die Küstentrailcaches führen – wie es der Name schon vermuten lässt – an der Küste entlang. Eine sehr schöne Strecke. Startpunkt ist der Leuchtturm in Strande. Dort konnten wir auch parken. Am Sonntag sogar kostenlos.

Am Strand in Strande

Zuerst ging es an der Strandpromenade entlang. Aufgrund der eisigen Kälte, waren die Steine mit Eis überzogen und am Ufer schwammen kleine Eisschollen, die sich zu einer einzigen verdichten zu schienen.

Strand und Steilküste

Wir fanden den ersten Cache und wanderten mit ihm in ein Waldgebiet hinein. Der Blick ging durch die Bäume weiterhin aufs Meer hinaus. Es war überhaupt nicht windig und daher auch nicht so unangenehm wie vermutet. Kalt war es aber trotzdem. Doch zum Glück schien die Sonne.

Nach dem Waldgebiet liefen wir entlang der Steilküste des Kliffs. Die Wege waren teilweise sehr eng und einen Sturz sollte man möglichst vermeiden. Eine richtig schöne Tour. Ein paar Caches ließen wir jedoch außen vor, da man hätte klettern müssen. Bei dem gefrorenen und schneeüberzogenen Boden, wollten wir uns dies nicht wagen. Es ging nämlich steil nach unten.

Den kompletten Weg schafften wir jedoch nicht. Im Dunkeln mussten wir noch durch einen Wald, um danach zum Auto zu gelangen, welches Marcel schon geholt hatte. Ein schöner Tag neigte sich nun dem Ende und wir ließen ihn in der Ferienwohnung ausklingen.


06.02.2012: Tag 2 – Wandern im Tunneltal

Nachdem Frühstück fuhren wir heute Richtung Flensburg. Zuerst war eine Cachetour an einem Kanal geplant. Dies ließen wir jedoch aufgrund der heutigen Kälte sein und entschieden uns für die Tunneltal-Runde in der Nähe von Kupfermühle. Die Fahrt dauerte ca. 1 Stunde. Von Strande bis nach Flensburg waren es ca. 80km.

Der Wind wehte heute stärker und die Luft war eisig. Trotzdem war die Runde schön. Die Caches konnten alle gut gefunden werden und die Wanderung von 3km durch einen Wald war sehr erholsam. Kein Mensch war hier heute unterwegs.

Nach der Tunneltal-Runde fuhren wir mit dem Auto nach Dänemark. Unser Ziel: Ein Cache. Da wir nicht weit von Dänemark entfernt waren, konnten wir uns die Gelegenheit natürlich nicht entgehen lassen. Nach dem Fund aßen Marcel und Günter noch einen original dänischen Hotdog… Sah genauso aus, wie bei IKEA, war nur teurer ;-)

Von hier aus ging es zurück nach Flensburg. Wir wollten auch dort noch ein wenig cachen und uns die Stadt anschauen. Allerdings war es so kalt, dass wir uns nach dem dritten Cache dazu entschieden, es sein zu lassen. Wir gingen in ein Cafe und wärmten uns bei einem heißen Kaffee / Kakao wieder auf. Danach liefen wir noch ein Stück durch die Flensburger Innenstadt, bevor es wieder zurück zum Auto ging.

In Flensburg

Hoffentlich haben die so etwas auch auf dem Schiff ;-)

In der Flensburger Innenstadt

Nachdem einkaufen fuhren wir zurück in die Ferienwohnung, kochten und machten es uns danach noch gemütlich. Ja hier war es schön warm.


06.02.2012: Tag 3 – Einchecken auf dem Schiff

Heute war es dann soweit. Um 10 Uhr packten wir unsere Sachen, checkten aus der Ferienwohnung aus und fuhren nach Kiel. Dort ging um 14 Uhr das Schiff nach Oslo. Die Autofahrt verging rasch und wir parkten das Auto auf dem Wilhelmplatz in Kiel. Dieser ist nämlich kostenlos. Zu Fuß sind es ca. 1,5km bis zum Hafen. Wir ließen das Gepäck noch im Auto. Am Hafen angekommen, ging Marcel zum Hafen und holte schon die Tickets. Wir anderen warteten im Einkaufszentrum, denn auch heute war es richtig kalt und der Wind wehte um einiges stärker als an den anderen Tagen. Es war jetzt auch schon kurz vor 12. Um 13 Uhr konnten wir bereits auf das Schiff. Nachdem Marcel mit den Tickets zurückkam, schlenderten wir noch ein wenig durch das Einkaufszentrum. Marcel machte sich dann zu Fuß auf dem Weg zurück zum Auto. Er kam dann mit dem Auto samt Gepäck zum Einkaufszentrum, wir nahmen das Gepäck und gingen zurück ins Einkaufszentrum. Marcel fuhr währenddessen wieder zurück zum Wilhelmplatz und kam dann zu uns. Von hier aus waren es ca. 15 min bis zum Schiff. Am Hafen wehte ein sehr eisiger Wind.

Unser Schiff: Die Color Fantasy

In der Wartehalle angekommen sahen wir, dass man bereits einchecken konnte. Wir stellten uns in die Reihe der Wartenden. Es ging schnell voran und ein paar Minuten später waren wir schon auf dem Weg zum Schiff.

Die Color Fantasy ist eines der beiden Schiffe der Color Line. Sie verkehren täglich zwischen Kiel und Oslo und zurück. Die Fahrtzeit beträgt je Strecke 20 Stunden. Die Color Fantasy ist aus dem Jahr 2004. Ihre Länge beträgt 224m und ihre Breite 35m. Maximale Geschwindigkeit 22 Knoten (ca. 40km/h). Die Passagierkapazität beträgt 2700. Es gibt 966 Kabinen und 15 Decks. Schon beachtlich so ein Kreuzfahrtschiff, wenn man davor steht. Wir hatten eine Innenkabine gebucht. Die ist zwar sehr klein aber für 0,00€ kann man wirklich nichts sagen. Das Schiff ist wirklich schön. Es gibt acht Restaurants auf den verschiedenen Decks. Ganz oben auf Deck 15, befindet sich die Observation Lounge. Dort gibt es auch einige Bibliothek. Es sind zwar nur wenige Plätze vorhanden aber wir bekamen immer einen und konnten von dort oben einen schönen Blick auf das Meer genießen. Das Schiff hat zudem noch ein Casino, einen Spa-Bereich, ein Schwimmbad, zwei Diskotheken, Duty-Free-Läden, einen Golf-Simulator, eine Spielhalle für Groß und Klein und ein Kids Corner.

Nachdem wir nun unsere Kabine auf Deck 10 bezogen hatten, gingen wir zuerst auf das Sonnendeck auf der 13. Etage. Wir sahen zu, wie das Schiff ablegte und durch die Eisschollen am Hafen auf das Meer hinausfuhr.

Gegen 15 Uhr wurde es uns dann doch zu kalt auf Deck und wir fuhren mit einem der zahlreichen Aufzüge nach unten auf Deck 7. Hier befinden sich Geschäfts und Restaurants. Wir flanierten die Meile einmal auf und ab und fuhren danach wieder nach oben. Wir gingen nun ein wenig auf unsere Kabinen und entspannten uns. Auf dem Schiff ist eine Bug-Webcam angebracht, wo man die Fahrt des Schiffes verfolgen kann. Ein weiterer Kanal zeigte die Route des Schiffes. Das war toll. Gegen 16 Uhr schlenderten wir ein wenig die Promenade entlang und gingen in die Bibliothek. Dort kann man ganz in Ruhe lesen oder den Blick auf das Meer gleiten lassen.

Der Gang zu den Kabinen

Promenade

Restaurant

Blick von der Bibliothek auf das Meer

Um 17 Uhr gingen wir in die Kabine von Marcels Eltern und kniffelten eine Runde. Um 20:30 Uhr machten wir uns dann auf dem Weg zur „Color Fantasy Show“. Diese begann um 21:00 Uhr und ist nur zu empfehlen. Die Show ist wie ein Musical aufgebaut. Auf Hin- und Rückfahrt sind diese unterschiedlich. Das Programm von Kiel nach Oslo heißt „The show must go on“. Sie handelt vom Entstehungsprozess eines Musicals. Die Geschichte wird auf Englisch dargestellt und mit Songs aus den 80er Jahren und Ricky-Martin-Liedern untermalt. Zwischendurch treten zudem noch zwei Akrobaten auf. Die Show geht ungefähr 1 Stunde und sollte bei einer Schifffahrt nicht verpasst werden, wenn man Musicals mag. Nach dem Auftritt folgt eine kurze Lasershow. Danach spielt eine Band Livemusik, zu der man tanzen kann. Da uns die Band nicht so gut gefallen hat, sind wir nach der Hauptattraktion und der Lasershow wieder auf unsere Kabinen gegangen. Marcel und ich haben noch einen Abstecher ins Casino gemacht und für 5€ an den einarmigen Banditen gespielt. Bis wir verstanden hatten, wie das funktioniert, war unser Geld schon wieder weg ;-) Danach gingen auch wir zurück in unsere Kabine, schauten noch etwas fern und gingen danach ins Bett.


08.02.2012: Tag 4 – Ankunft in Oslo

Morgens um 6 Uhr standen wir bereits auf, da wir den Sonnenaufgang nicht verpassen wollten. Doch um 6 Uhr war es noch stockdunkel. Daher gingen wir kurzerhand wieder zurück in die Kabine und standen um halb 8 erneut auf. Leider ließ sich die Sonne jedoch nicht blicken. Eine dicke Wolkendecke verdeckte sie. Da es nicht viel zu sehen gab, machten wir ein paar Fotos und gingen danach auf die Kabinen zurück.

Durch die Fjorde nach Oslo

Wir frühstückten und trafen uns danach erneut. Um 10 Uhr legten wir pünktlich in Oslo an. Wir hatten nun bis 14 Uhr Zeit fürs Sightseeing in Oslo. Vom Schiff aus sind es ca. 20 Minuten bis in die Innenstadt.

Das Zentrum ist ausgeschildert und gut zu finden. In einer Seitenstraße fanden wir unseren ersten Cache. Danach gingen wir weiter an der Hauptverkehrsstraße entlang. Wir kamen an der Oper und dem Nationaltheater vorbei und konnten aus der Ferne das Osloer Rathaus erblicken, in dem jedes Jahr der Friedensnobelpreis verliehen wird.

Das Rathaus

Nationalbibliothek

Königspalast

Rathaus

Wir gingen zu einem weiteren Cache und kamen zum königlichen Schloss, das allerdings zur Zeit renoviert wird und mit Gerüsten verdeckt war. Vom Schloss liefen wir in Richtung Karl Johans Gate. Dies ist die zentrale Einkaufsstraße. Auch hier waren noch einige Caches zu finden, von denen allerdings einige nicht einfach waren. In der Nähe der Einkaufsstraße befindet sich das Parlamentsgebäude. Das Storting. Direkt vor dem Gebäude gibt es einen Earthcache.

Storting (Parlamentssitz)

Zum Abschluss gingen wir noch zum Osloer Dom. Auch hier gab es einen Cache. Danach liefen wir zurück zum Wasser und machten noch einen Abstecher zum Stadtteil Aker Brygge. Zahlreiche Restaurants befinden sich direkt am Fjord. Wir spazierten ein wenig am Kai entlang und machten uns danach bereits wieder auf dem Rückweg zum Schiff.

Gegen 13:00 Uhr kamen wir am Hafen an. Marcel suchte noch einen letzten Cache. Dann gingen wir an Bord. Das Schiff legte pünktlich um 14:00 Uhr ab. Wir gingen an Deck und genossen den letzten Blick auf Oslo und die umlegenden Fjorde. Auch die Sonne ließ sich blicken und wir ließen uns den Wind um die Nase wehen. Zwischen den Fjorden hindurch ging es Richtung Heimat.

Da es windig war, zogen wir es vor, nach einer halben Stunde auf die Kabinen zu gehen. Im TV konnten wir die Route des Schiffes wieder verfolgen. Das Schiff muss an engen Fjorden vorbeifahren. Auf der Karte konnte man sehen, wann es soweit war. Ich ging nochmal an Deck, um ein paar Fotos zu schießen und zuzusehen, wie das Schiff ganz nah an den Inseln vorbeifuhr. Sehr spannend, nur leider war die Sonne wieder hinter dicken Wolken verschwunden und es war sehr kalt an Deck. Nach einer halben Stunde ging ich zurück auf die Kabine.

Nach einer kurzen Siesta gingen wir wieder zu Marcels Eltern und kniffelten. Um 21 Uhr schauten wir uns die andere Show „Don´t stop believing“ an. Hier erwarteten uns heute Songs von Madonna, den Blues Brothers und Swing-Musik. Auch wieder sehr gut gemacht. Singen und Tanzen konnten die Akteure. Danach folgte erneut die Lasershow und der Auftritt der Band.

Der Showsaal

Auf dem Rückweg war das Schiff um einiges voller. Allein in der Show waren heute alle Plätze belegt und zur Musik der Liveband wagten sich einige Paare auf die Tanzfläche. Wir gingen danach erneut unser Glück im Casino versuchen. Doch auch heute gab es keine großen Gewinne. Danach erwartete uns das Bett in der Kabine und wir schliefen nach einem schönen Tag entspannt ein.

 


09.02.2012: 5. Tag – Ankunft in Kiel

 

Nach dem Sonnenaufgang auf Deck legte das Schiff pünktlich um 10 Uhr in Kiel an. Wir schauten dem Treiben zu und waren erstaunt, wie gut und präzise der Kapitän das Schiff in seine Parkposition manövrierte. Sehr interessant.

Nach dem Anlegen gingen wir auf die Kabinen, holten unser Gepäck und verabschiedeten uns von einer schönen Schiffsreise. Wir gingen ins Einkaufszentrum und frühstückten dort. Danach holte Marcel das Auto und wir fuhren zurück Richtung Heimat.


Fazit: Eine sehr schöne Reise. Anfangs waren wir alle ein wenig skeptisch, wie gut wir die Schifffahrt überstehen würden. Die See war jedoch die ganze Zeit ruhig und seekrank wurde keiner. Auf dem Schiff wird einiges geboten, allerdings sind die Freizeitangebote auch sehr teuer. 1 Stunde Schwimmbad kostet zur Zeit ca. 9 Euro. Auch Essen und Trinken kostet einiges. Wir hatten vorher eingekauft und Getränke, sowie Essen mit an Bord genommen. Jede Kabine hat einen Kühlschrank, daher lassen sich auch Wurst und Käse lagern. Die Unterhaltungsshow am Abend hingegen kostet keinen Eintritt. Getränke müssen dort nicht bestellt werden, denn auch hier muss man sonst wieder tief in die Tasche greifen (1 Bier kostete 6 Euro). Die Drei-Sterne-Innenkabine, die wir gebucht hatten, ist sehr klein aber für ein paar Tage auf See (von denen man auch einige Zeit schläft) kann man es dort aushalten. Das I-Tüpfelchen für uns war, dass es nichts gekostet hat. Nur die Anreise nach Kiel und die paar Tage in der Ferienwohnung. Eine Fahrt nach Oslo mit der Color Line können wir jedoch weiterempfehlen. Die Stadt selbst bietet nicht sehr viele Sehenswürdigkeiten. Die Hauptattraktionen lassen sich gut in 3 Stunden erkunden. Auch in punkto Pünktlichkeit waren wir sehr positiv angetan. Wer nachts übrigens nicht schlafen kann, sollte gegen 24 Uhr an Deck gehen. Um die Zeit treffen sich beide Schiffe (Color Fantasy und Color Magic).

   
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